Stellte jüngst in Brandenburg das Bundesprogramm Wiedervernetzung vor - Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete, Katherina Reiche, hat jüngst die konkreten Projekte des "Bundesprogrammes Wiedervernetzung" in Brandenburg vorgestellt. "Autobahnen zerschneiden die Lebensräume vieler Tierarten. Mit Hilfe der Maßnahmen des Programms werden diese wieder verbunden. Damit wird das Risiko von Wildunfällen reduziert und ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz geleistet. Verkehrssicherheit und Artenschutz profitieren gleichermaßen hiervon", so Reiche.
Das dichte deutsche Straßennetz führt zur Zerschneidung der Lebensräume wilder Tiere, was ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko durch Wildwechsel zur Folge hat. Mehr als 3000 Menschen werden in Deutschland in jedem Jahr bei Wildunfällen verletzt, mehr als 20 Menschen kommen dabei ums Leben. Der Deutsche Jagdschutz-Verband rechnet mit mindestens 250.000 Kollisionen mit Tieren in jedem Jahr. Wildunfälle verursachen jährlich einen Sachschaden von rund 500 Millionen Euro. Aber auch die biologische Vielfalt ist durch die zunehmende Zerstückelung von Lebensräumen in hohem Maße bedroht.
Das Bundesprogramm Wiedervernetzung behandelt die unterschiedlichen Aspekte der Vernetzung der biologischen Vielfalt in Deutschland und in Europa, so beispielsweise bei Verkehrsplanung und -investitionen, Naturschutz, Raumordnung, Forschung, Bewusstseinsbildung sowie bei der internationalen Zusammenarbeit. Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Lebensraumkorridoren wildlebender Tiere in Deutschland bilden die wissenschaftliche Grundlage für das im Koalitionsvertrag vereinbarte Bundesprogramm Wiedervernetzung, das gemeinsam von Bundesumweltministerium und Bundesverkehrsministerium entwickelt und umgesetzt wird.
Die Investitionen für Querungshilfen werden auf der Grundlage einer Prioritätenliste, die aus bundesweiter Sicht die wichtigsten Wiedervernetzungspunkte umfasst, durchgeführt. Im Verkehrsetat für das Jahr 2010 sind für solche Maßnahmen bereits die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden. Es ist geplant, bis 2012 im Rahmen des Konjunkturpakets II in den Bau von so genannten Grünbrücken, rund 77 Millionen Euro zu investieren. "Rund ein Drittel der Mittel werden allein in Brandenburg investiert. Das ist ein wichtiger Schritt für die Verkehrssicherheit und den Artenschutz in unserem Land", so Reiche.
Die konkreten Einzelprojekte in Brandenburg sind:
Grünbrücke über die A 9 bei Niemegk (Potsdam-Mittelmark),
Grünbrücke über die A 9 bei Beelitz (Potsdam-Mittelmark),
Grünbrücke Melzower Forst bei Warnitz (Uckermarck),
Grünbrücke über die A 12 bei Kersdorf (Landkreis Oder-Spree),
Grünbrücke über die A 13 bei Teupitz-Tornow (Landkreis Dahme-Spreewald).