Parteigeschichte
Die geistigen Wurzeln der CDU Deutschlands

Die Christlich Demokratische Union wurde von Männern und Frauen gegründet, die nach dem Scheitern der Weimarer Republik, den Verbrechen der Nationalsozialisten und angesichts des kommunistischen Herrschaftsanspruches nach 1945 die Zukunft Deutschlands mit einer christlich geprägten, überkonfessionellen Volkspartei – einem Sammelbecken aller christlichen, demokratischen und sozialen Kräfte der Mitte – gestalten wollten.

Unsere geistigen Wurzeln liegen im christlich motivierten Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime, in der Sozialethik der christlichen Kirchen und in der liberalen Tradition der europäischen Aufklärung.

Die Gründer der CDU einte die aus dem Erleben der Diktatur gewonnene Einsicht, dass nur der Rückgriff auf christliche Grundwerte und Überzeugungen eine humane, freiheitliche und demokratische Gesellschaft gewährleisten könne. Dahinter steht die Idee der unantastbaren Würde des Menschen, die Idee des zur Freiheit berufenen Menschen, der seine Freiheit und sein Handeln verantworten muss. Es ist die Idee der Einzigartigkeit der Person, die Gemeinschaft braucht und die der Gemeinschaft verpflichtet ist.

Von den 35 Unterzeichnern des Berliner Gründungsaufrufes „Deutsches Volk!“ kamen 17 aus den Gefängnissen und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten, zwei aus den Todeszellen in Plötzensee. Der Mitbegründer und erste Vorsitzende der CDUD in Berlin und der SBZ, Andreas Hermes, war nur ein halbes Jahr zuvor vom Blutgericht Roland Freislers zum Tode verurteilt worden.

Das „C“ im Namen ist als Gegenentwurf zu einem reinen Kapitalismus wie auch als Absage an alle sozialistischen Modelle zu verstehen. Mit der Orientierung am christlichen Menschenbild zieht die CDU eine deutliche Grenzlinie: Für die Eigenverantwortung des Menschen und gegen Kollektivismus, für freie Entfaltung der Person und gegen Entmündigung, für Freiheit in Verantwortung und gegen staatliche Gängelung und Bevormundung.

Dies spiegelt sich in der 1948 getroffenen Grundsatzentscheidung der CDU für die Soziale Marktwirtschaft wider. Damals ging es um die Frage: Plan- oder Marktwirtschaft? Staatsdirigismus oder liberale Ökonomie?

Die Entscheidung für die Soziale Marktwirtschaft, die gegen den Willen der SPD durchgesetzt wurde, stellt eine Synthese von freiheitlicher Wirtschaft und den sozialen Notwendigkeiten unseres Gemeinwesens dar. Ihre Grundlagen sind persönliche Freiheit und privates Eigentum, Leistungsbereitschaft und soziale Gerechtigkeit, Wettbewerb und Solidarität, Eigenverantwortung und soziale Sicherung.

Der zentrale Grundsatz bei der Umsetzung der Sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard lautete: „Soviel Markt wie möglich, nur soviel staatliche Eingriffe wie nötig!“ Damit wurde der Grundstein für die überaus erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und das Wirtschaftswunder gelegt.

Darüber hinaus ist es kein Zufall, dass die CDU nicht den Namen „Christlich Demokratische Partei“ annahm. Mit der Wahl des Begriffes „Union“ war zugleich ein bedeutendes politisches Ziel verbunden: nämlich Bürgerinnen und Bürger aller sozialer Schichten, Konfessionen und Regionen in einer neuen Volkspartei zusammenzuführen.

Die Umsetzung dieses Zieles erwies sich für Deutschland und die CDU als außerordentlich erfolgreich.